Stadtklimakonzept

Erlenmattpark

© Robert Adam

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Weshalb braucht es ein Stadtklimakonzept?

Aufgrund des Klimawandels werden die Hitzeperioden in den Sommermonaten länger. Gründe hierfür sind der hohe Versiegelungsgrad, die tagsüber durch die Gebäude gespeicherte Sonnenenergie die nachts in Form von Wärme wieder abgestrahlt wird sowie eine schlechtere nächtliche Kaltluftzufuhr aufgrund der dichten Bebauung. Hinzu kommen längere Trockenperioden aber auch Starkregenereignisse: die Hitze hält einen vom Schlafen ab, mindert die Konzentrationsfähigkeit und belastet besonders Kleinkinder sowie betagte und kranke Menschen. Auch die Pflanzen und Tiere in der Stadt haben Schwierigkeiten, sich auf die neuen Bedingungen einzustellen.

Eine Stadtklimaanalyse hat 2019 aufgezeigt, wo es im Kanton besonders heiss ist. Darauf aufbauend wurde jetzt das Stadtklimakonzept erarbeitet. Mit diesem wird eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung angestrebt, welche der zunehmenden Hitzebelastung entgegenwirkt und auch an sehr heissen Tagen eine gute Lebens- und Aufenthaltsqualität gewährleisten soll.

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Wo liegen die Fokusgebiete?

Der Handlungsbedarf ist in Basel hoch. Viele Gebiete sind sehr stark von der Hitze betroffen. Besonders die dicht bebauten und vergleichsweise wenig durchgrünten Gebiete u.a. in der Innenstadt, im St. Johann, Gundeldingen, Matthäus und Klybeck sind Gebiete mit grosser Hitzebelastung, sogenannte Fokusgebiete für das Stadtklima.

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Welche Strategien setzt sich der Regierungsrat?

Die im Konzept formulierte Strategie gliedert sich in sechs Themenbereiche.

  1. Die Betroffenheit durch Hitze tief halten: Es soll erreicht werden, dass trotz Klimawandel die sommerliche Hitzebelastung in den Wohn- und Arbeitsplatzgebieten tagsüber massvoll ist und eine nächtliche Abkühlung möglich ist.
  2. Grün und Schatten entlasten und erhöhen die Aufenthaltsqualität: bei Hitzeperioden sollen hinreichend Grün und Schatten tagsüber als kühle Aufenthaltsbereiche dienen.
  3. Gute Durchlüftung sichert eine nächtliche Abkühlung: Den Windverhältnissen im Grossraum Basel soll städtebaulich verstärkt Rechnung getragen werden.
  4. Bei Hitze und Trockenheit bleibt Wasser verfügbar: auch in Zukunft soll Wasser vielerorts zugänglich und erlebbar sein. Regenwasser soll im Siedlungsraum möglichst gespeichert werden.
  5. Oberflächen wirken der Hitze entgegen: Die zukünftig verwendeten Materialien an Gebäuden und in den Freiräumen mindern die Entstehung von Hitze.
  6. Bauliche Entwicklungen als Chance zur Klimaanpassung nutzen: Arealentwicklungen werden als Chance zur Anpassung an den Klimawandel genutzt.

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Mit welchen Massnahmen gelingt die klimaangepasste Siedlungsentwicklung?

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Grüne Massnahmen wie z.B. die Schaffung neuer Grünflächen oder eine klimafreundliche Gestaltung einer bestehenden Grünanlage produzieren Kaltluft und bieten Schatten. Sie wirken der Hitze sowohl am Tag wie auch in der Nacht entgegen.

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Blaue Massnahmen, wie z.B. das Entsiegeln von Flächen oder das Speichern von Regenwasser, erhöhen die Aufenthaltsqualität am Tag und sichern die Verfügbarkeit von ausreichend Wasser für das Grün.

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Ergänzend leisten Massnahmen an Gebäuden, wie z.B. eine Fassadenbegrünung, einen Beitrag zur Begrünung und erhalten dank gut überlegter Gebäudestellung die Durchlüftung. Die Kombination von mehreren Massnahmen erweist sich bei der Projektarbeit jeweils als am wirkungsvollsten gegen die Hitze.

 

Wie wird das Konzept umgesetzt?

Das Kernstück des Stadtklimakonzepts sind neun Handlungsfelder, die in drei Bereiche eingeteilt sind: Vorbereiten, Anpacken und Begleiten.

Vorbereiten: Das Stadtklimakonzept formuliert im Bereich der vorbereitenden Handlungsfelder Aufgaben, die eine Umsetzung der Klimaanpassungsmassnahmen unterstützen. Neben einem Massnahmenprogramm und einem neuen Freiraumkonzept, werden auch die zurzeit geltenden rechtlichen Vorgaben im Kanton z.B. im Bau- und Planungsgesetz auf ihre Klimafreundlichkeit hin überprüft und nötigenfalls angepasst.

Anpacken: Bei laufenden Arealentwicklungen wie z.B. beim Stettenfeld sowie bei Projekten der Platz- und Strassenraumgestaltung müssen die Ziele einer klimaangepassten Siedlungsentwicklung stärker berücksichtigt werden. Mit kantonalen Pilotprojekten werden Erfahrungen im Umgang mit der klimaangepassten Siedlungsentwicklung gesammelt, ausgewertet und für die Zukunft genutzt.

Begleiten: Der ganze Prozess muss intensiv begleitet werden. Hierfür müssen die kommunalen Zuständigkeiten geklärt, notwendige Prozesse aufgegleist und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Dies gelingt nur, wenn hinreichend beraten und sensibilisiert wird. Und zwar einerseits innerhalb der Verwaltung aber auch die privaten Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, deren Beitrag zur klimaangepassten Siedlungsentwicklung mitentscheidend ist.

 

Wie geht es weiter?

Als nächstes hat der Regierungsrat die Verwaltung beauftragt ein Massnahmenprogramm mit konkreten Massnahmen für die betroffenen Fokusgebiete auszuarbeiten. Dieses soll im Verlauf des Jahres 2022 durch Städtebau & Architektur vorgelegt und eine Finanzierung beantragt werden.

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